Flock-Chef sagt Polizeichefs, der Protest gegen seine Kameras sei nicht echt
Garrett Langley, Chef des Kennzeichenleser-Herstellers Flock Safety, hat Polizeichefs am Sonntag, dem 25. Oktober, bei einer nicht öffentlichen Sitzung gesagt, die Proteste gegen die Kameras seiner Firma seien nicht echt. Den Mitschnitt von der Konferenz der International Association of Chiefs of Police (IACP) in Orlando veröffentlichte 404 Media am 26. Oktober. Darin sagt Langley, die Online-Kritik an Flock werde größtenteils von bezahlten Bots getragen.
„Es sind anonyme Bots, also ist es nicht echt", sagte Langley. „Inorganische Aktivität hat zu organischer Aktivität geführt, aber wenn ich mir die Proteste im ganzen Land ansehe, sind es dieselben Leute mit denselben Schildern und derselben Botschaft. Das ist nicht normal. Das ist überhaupt nicht organisch."
Was Langley über Bots sagte
Laut Langley hat jemand für die viralen Beiträge bezahlt und dann damit aufgehört. „Die Diskussion über Flock in sozialen Medien ist seit Juli um etwa 95 Prozent gesunken", sagte er. „Letzte Woche, als die Ukraine ein russisches Rechenzentrum mit einer Drohne angegriffen hat, ging sie um 50 Prozent zurück. Buchstäblich 50 Prozent über Nacht." Belege nannte er nicht. 404 Media weist darauf hin, dass die These, ukrainische Angriffe auf russische Rechenzentren hätten die Bot-Aktivität spürbar gesenkt, widerlegt ist.
Die Sitzung war als Kamingespräch mit IACP-Präsident David Rausch angekündigt, dem Direktor des Tennessee Bureau of Investigation, über Datenschutz, Transparenz und das Vertrauen der Bürger. Langley erzählte auch, seine Frau habe ihm geraten, sich „nie zu entschuldigen", und er würde „am liebsten nie wieder mit Medien sprechen". Als die Kritik wuchs, hatte er sich öffentlich dafür entschuldigt, DeFlock eine „terroristische Organisation" genannt zu haben. Das ehrenamtliche Projekt kartiert Flock-Kameras. Flock reagierte nicht auf die Anfrage von 404 Media.
Die Kritik, die Flock abtut
Flock-Kameras erfassen Kennzeichen, Farbe, Marke und Modell jedes vorbeifahrenden Autos samt Zeit und Ort. Polizeikunden können dieses Protokoll ohne richterlichen Beschluss durchsuchen, auch weit außerhalb ihres eigenen Gebiets: Rund 80.000 Kameras sind zu einem landesweiten Netz verbunden, das Beamte überall in den USA abfragen können, wenn andere Dienststellen ihre Daten freigeben.
Aus diesem Netz stammen die Fälle hinter dem Protest. 404 Media berichtete im vergangenen Jahr, dass örtliche Polizei Suchen für die Einwanderungsbehörde ICE durchführte und ein Beamter in Texas landesweit nach einer Frau suchte, die selbst einen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen hatte. NPR berichtete über Polizisten, die mit dem System ehemalige Partnerinnen verfolgten. Im Oktober erklärte ein US-Richter eine Flock-Suche ohne Beschluss für verfassungswidrig.
Der Widerstand zeigt sich auch offline. Laut 404 Media haben in den vergangenen 18 Monaten Dutzende Städte ihre Verträge mit Flock gekündigt. DeFlock zählt mehr als 100 Städte, die Kameras abgeschaltet oder Flock aufgegeben haben. Laut einer Auswertung von NPR wurden Flock-Kameras in mindestens 36 Bundesstaaten beschädigt, und für die landesweite Aktionswoche von DeFlock im August meldeten sich mehr als 25.000 Menschen an. Mehrere Kongressmitglieder haben Gesetzentwürfe eingebracht, die die Technik verbieten oder einschränken sollen.
Flock erwartet, dass die Debatte abklingt
Langley sagte den Polizeichefs, das Unternehmen sei nahe am Tiefpunkt. „Immer wenn diese Branche ein hochwirksames Werkzeug findet, muss sie eine Phase heftiger Debatten durchlaufen", sagte er. „Ich glaube, wir sind noch nicht ganz unten, aber verdammt nah dran und kurz davor, auf der anderen Seite wieder hochzukommen."
Im August teilte Flock mit, einige Funktionen gegen Missbrauch geändert zu haben, unter anderem werde Beamten, die das Werkzeug offenbar missbrauchen, der Zugang gesperrt. Langley sagte damals zu NPR, wer Bedenken habe, solle sich an seinen Stadtrat wenden. Ob in Ihrer Straße Flock-Kameras hängen, zeigt die Karte von DeFlock.