Streamed, Live-Sport-Lieferant für Dutzende Piratenseiten, macht dicht
Streamed, ein Dienst, der Dutzende Piratenseiten mit Live-Sportübertragungen versorgte, hat dichtgemacht. Auf der Startseite steht jetzt nur noch ein kurzer Abschied: „Wir betreiben Streamed nicht mehr. Danke für die Unterstützung über die Jahre.“ Einen Grund nennen die Betreiber nicht. TorrentFreak berichtete am 27. Oktober über die Schließung, keine drei Wochen nachdem die Motion Picture Association (MPA) Streamed in einer Eingabe an die US-Regierung als wachsende Piraterie-Bedrohung genannt hatte.

Dieselbe Nachricht erscheint auf streamed.pk und streamed.st, die Domain strmd.link leitet dorthin weiter. Statt einfach offline zu gehen, listet die Seite fünf andere Sport-Streaming-Seiten mit je einer Zeile Beschreibung auf. Eine davon hat laut den Betreibern „viel Werbung“.
Wie Streamed andere Piratenseiten belieferte
Streamed gehörte zu einer Kategorie, die die MPA „Piracy-as-a-Service“ nennt. Der Dienst bot fertige Videoplayer mit Live-Sport, die andere Seiten einbetten konnten. Eine neue Piratenseite konnte so Fußball, NBA oder UFC anbieten, ohne selbst einen einzigen Stream zu hosten. Die Zuschauer sahen den Player auf vielen verschiedenen Domains, das Video kam aber von den Servern von Streamed.

Deshalb trifft eine einzige Schließung Dutzende Seiten auf einmal. Die MPA nannte Mapple als eine der Seiten, die auf Streamed angewiesen waren, und einige Sportstreams von Mapple liefern jetzt einen 404-Fehler.
Was die MPA dem US-Handelsbeauftragten mitteilte
Am 7. Oktober schickte die MPA ihre jährliche Liste berüchtigter Piraterie-Märkte an das Büro des US-Handelsbeauftragten. Streamed stand darauf, eingeordnet unter den Niederlanden. Unter Berufung auf Daten von Similarweb schrieb die MPA:
- Juli 2025: rund 29 Piratenseiten nutzten Streamed, zusammen mit 134 Millionen Besuchen.
- Juli 2026: rund 30 Seiten mit 463 Millionen Besuchen.
„Keine der von Streamed belieferten Seiten hostet Live-Inhalte selbst; der gesamte Traffic läuft über Streamed als PaaS, das vollständig auf seiner eigenen Infrastruktur beruht“, heißt es in der Eingabe. Viele dieser Kunden zählt die MPA zu den „Hydra-Seiten“, kostenlosen All-in-one-Portalen wie HydraHD, Rivestream, StreamEX und Mapple, die weder Registrierung noch Abo verlangen.
Auch die Domain streamed.pk hatte ein eigenes Publikum. Similarweb zählte im September 19,76 Millionen Besuche, 56 % mehr als im August. Fast die Hälfte kam aus den USA, gefolgt von Kanada und Großbritannien.
Warum Streamed schloss, ist noch unklar
Auf der Seite gibt es keinen Beschlagnahme-Hinweis, und weder die MPA noch ihre Anti-Piraterie-Allianz Alliance for Creativity and Entertainment (ACE) hat sich geäußert. Beide antworteten TorrentFreak bis zur Veröffentlichung nicht. Druck von Rechteinhabern ist damit nicht ausgeschlossen. In derselben Eingabe schrieb die MPA die Schließungen der Streaming-Seite Cineby und des Anime-Portals AnimeFLV „Maßnahmen von MPA und ACE“ zu, obwohl keine der beiden Seiten beim Abschalten von solchen Maßnahmen gesprochen hatte.
TorrentFreak hält einen Vergleich mit Hollywood für unwahrscheinlich, weil die Abschiedsseite Nutzer offen zu anderen Piratenseiten schickt. Rechteinhaber gehen zugleich gegen die Infrastruktur rund um solche Seiten vor: In Frankreich drängt beIN Sports DNS-Resolver dazu, Piraten-Sportstreams zu sperren, und Quad9 hat erklärt, das Land notfalls eher zu verlassen, als sich zu fügen.