GM zahlt 220 Millionen Dollar wegen Vorwürfen, Fahrerdaten an Versicherer verkauft zu haben
General Motors zahlt 220 Millionen Dollar, um Vorwürfe von 36 US-Generalstaatsanwälten beizulegen, das Unternehmen habe Fahr- und Standortdaten von Autofahrern ohne deren Wissen verkauft. Nach Darstellung der Bundesstaaten gelangten die Daten über Datenhändler zu Versicherern, die sie teilweise zur Berechnung der Prämien nutzten. Washington und Oregon führten die parteiübergreifende Koalition an, zu der auch der District of Columbia gehört. Der Vergleich wurde am 29. Oktober bekanntgegeben. Aus den Pressemitteilungen geht kein Schuldeingeständnis von GM hervor.
Was die Bundesstaaten GM vorwerfen
Von 2016 bis 2024 meldete GM Fahrer bei Smart Driver an, einer Funktion seiner vernetzten OnStar-Dienste. Laut der Generalstaatsanwaltschaft von Connecticut waren mehr als 10.283.000 Amerikaner angemeldet. Das Programm erfasste die Zahl der Fahrten, Beginn und Ende jeder Fahrt, starkes Bremsen, schnelles Beschleunigen und ob das Tempolimit überschritten wurde.
GM hatte versprochen, die Daten nicht ohne ausdrückliche Zustimmung an Versicherer weiterzugeben. Die Ermittlungen der New Yorker Generalstaatsanwältin ergaben, dass GM die Daten stattdessen an Händler verkaufte, mit Verträgen, die ausdrücklich Versicherungszwecke nannten. Die Händler kauften Berichte über jede Fahrt und verkauften sie an Versicherer weiter, die daraufhin die Prämien erhöhen konnten, auch bei Fahrern ohne einen einzigen Schadensfall. Die Fahrer erfuhren davon nichts.
Die meisten wurden beim Autokauf im Autohaus angemeldet. Oft akzeptierten laut den Bundesstaaten Mitarbeiter des Autohauses die Bedingungen für die Kunden, ohne sie zu fragen. Von 2020 bis 2024 zahlte GM Verkäufern Boni, die teils von der Zahl der Anmeldungen abhingen, und erstellte Ranglisten der Händler danach. Zudem teilte die OnStar-App mehr als 370.000 Fahrern mit, sie seien nicht angemeldet, obwohl sie es waren. GM meldete sie später stillschweigend ab, doch ihre Daten blieben bei Händlern und Versicherern.
Was sich durch den Vergleich ändert
- Erst die Zustimmung: GM muss die ausdrückliche, aktive Zustimmung der Fahrer einholen, bevor es Fahr- und Standortdaten erhebt oder weitergibt.
- Weniger Daten: GM muss die erhobenen Fahrdaten im Rahmen eines unternehmensweiten Datenschutzprogramms begrenzen.
- Prüfungen: Das Programm wird intern und von externen Prüfern kontrolliert.
- Händler: GM muss Autohäuser schulen und überwachen, damit niemand ohne Zustimmung angemeldet wird.
Das Geld geht an die Bundesstaaten, nicht direkt an die Fahrer. New York erhält beispielsweise 12.054.341 Dollar, Connecticut mehr als 6 Millionen. Einzelne Fahrer können auf mehrere noch laufende Sammelklagen gegen GM setzen.
Ein GM-Sprecher sagte, der Vergleich ergänze die Datenschutzschritte, die das Unternehmen bereits unternommen habe. GM stellte Smart Driver 2024 ein. Im Januar 2025 sagte es der Handelsbehörde FTC zu, fünf Jahre lang keine Standort- und Fahrverhaltensdaten an Verbraucherauskunfteien weiterzugeben, nach Angaben Connecticuts ohne Geldstrafe. Im Mai erklärte sich GM bereit, 12,75 Millionen Dollar zu zahlen, um eine kalifornische Untersuchung zum Verkauf von Fahrerdaten an zwei Händler beizulegen.
„GM hat private Fahrzeuge ohne Zustimmung oder Wissen der Verbraucher in mobile Überwachungsgeräte für Versicherer verwandelt“, sagte Connecticuts Generalstaatsanwalt William Tong. Oregons Generalstaatsanwalt Dan Rayfield fasste es kürzer: „Die Leute haben ein Auto gekauft, kein Ortungsgerät.“
Besitzer vernetzter Autos sollten in der App des Herstellers und beim Händler prüfen, wozu sie zugestimmt haben, und Funktionen zur Auswertung des Fahrverhaltens abschalten, die sie nicht wollten.
• Attorney General Tong Announces Settlement With GM - Connecticut Office of the Attorney General
• Attorney General James Secures $220 Million from General Motors for Selling Drivers' Private Data - LongIsland.com
• GM to pay $220 million to settle allegations it violated consumers' privacy - SRN News
• Attorney General Sunday Secures $220 Million National Settlement over Allegations that General Motors Shared Drivers' Private Data - Tri-State Alert