Russland will eingeführte Handys abschalten, wenn sie nicht auf Gosuslugi registriert sind
Russlands Digitalministerium bereitet eine Regel vor, nach der Menschen, die ein Smartphone selbst ins Land bringen, dessen IMEI-Nummer auf dem Behördenportal Gosuslugi registrieren müssen. Dafür sollen sie zwei Wochen Zeit bekommen. Danach würden die Mobilfunkanbieter das nicht registrierte Gerät in russischen Netzen nicht mehr bedienen. Die Wirtschaftszeitung RBC berichtete am 29. Oktober unter Berufung auf Quellen über den Plan. Das Ministerium bestätigte der Zeitung, dass der Entwurf noch im Regierungsapparat beraten wird und sich ändern kann.
Wer registrieren müsste
Laut Ministerium betrifft die Pflicht zwei Gruppen: Menschen, die ein Telefon im Ausland gekauft und selbst nach Russland mitgebracht haben, und Käufer von Geräten, die das Ministerium als Fälschungen bezeichnet. Der russische Begriff umfasst auch nicht lizenzierte Graumarktimporte. In der Praxis geht es um jedes Gerät ohne Zollabfertigung. Telefone aus dem offiziellen Handel wären nicht betroffen, weil legal eingeführte Geräte automatisch in der Datenbank landen sollen.
Es gibt auch einen Stichtag. Die Registrierungspflicht soll ab April 2027 gelten, und Telefone, die schon vorher in russischen Netzen liefen, würden ohne Registrierung weiter funktionieren, egal wie sie ins Land kamen. Die Moscow Times schreibt unter Berufung auf Quellen, dass die Behörden für die Registrierung eine Gebühr verlangen wollen. Ihre Höhe ist nicht bekannt.
Einige Fragen bleiben offen. Unklar ist, ob die zwei Wochen ab der Einreise oder ab der ersten Verbindung mit einem russischen Netz laufen. Keiner der Berichte sagt, wie die Regel für Ausländer gelten würde, die mit ihrem eigenen Telefon nach Russland reisen.
Ziel sind Graumarktimporte
Den Berichten zufolge richtet sich die Regel gegen Kleinhändler, die Telefone stückweise einführen und ohne Zollpapiere weiterverkaufen. Alexej Fjodorow, Vorsitzender des E-Commerce-Rats der russischen Industrie- und Handelskammer, schätzt, dass bis zu 70% der Händler mit Graumarktware aufgeben könnten und manche Modelle im Vergleich zu den billigsten Angeboten um bis zu 40% teurer würden.
Teil der nationalen IMEI-Datenbank
Die Pflicht soll in eine Regierungsverordnung über die Datenbank der Gerätekennungen aufgenommen werden. Die Datenbank selbst schafft das zweite Paket gegen Betrug, das die Abgeordneten im Sommer 2026 verabschiedet haben. Die Regeln sollen im März 2027 in Kraft treten. Über das Register haben wir im Juni berichtet, als die Regierung die Kopplung von Geräten an SIM-Karten billigte.
Daten liefern die Mobilfunkanbieter und der Föderale Zolldienst. Jedes Gerät erhält einen von drei Status: erlaubt, verboten oder nicht registriert. Als verboten gelten gestohlene und verlorene Telefone, Geräte mit gerichtlichen Beschränkungen und Geräte, die Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen. Die Anbieter müssen sie sperren. Das Ministerium hatte erklärt, die Datenbank solle gegen illegale Einfuhren, gefälschte IMEI-Nummern und den Einsatz von Geräten zur Drohnensteuerung helfen.
Die IMEI kennzeichnet das Gerät selbst. Das Telefon sendet sie bei jeder Verbindung an den Anbieter, noch bevor Internetverkehr fließt, daher haben Apps und VPNs keinen Einfluss darauf. Nach einer Registrierung über Gosuslugi, das über ein persönliches Bürgerkonto läuft, wäre das Telefon in der Datenbank einer bestimmten Person zugeordnet.
• В России могут обязать регистрировать ввезенные из-за рубежа смартфоны - Фонтанка.ру
• Власти задумали отключать от сетей незарегистрированные смартфоны россиян - The Moscow Times
• Минцифры готовит требование об обязательной регистрации IMEI для ввезённых «серых» смартфонов - vc.ru
• Купленные за границей смартфоны придётся регистрировать по IMEI на Госуслугах - iPhones.ru