KOSA passiert den Senatsausschuss und geht ins Plenum
Der Kids Online Safety Act passierte am 5. August 2026 einstimmig den Handelsausschuss des US-Senats und geht nun in die Abstimmung im Plenum. Das Wort Altersverifikation kommt in KOSA nicht vor, und genau darum geht es: Die Pflicht, die das Gesetz schafft, funktioniert nur, wenn eine Plattform weiss, welche ihrer Nutzer minderjährig sind, und das im grossen Massstab zu wissen heisst, alle zu prüfen.
Dieselbe Sitzung brachte eine Ironie hervor, die festgehalten gehört. Der Entwurf, der Alterskontrollen ausdrücklich im Text nennt, der SCREEN Act, gewann seine Abstimmung und kam trotzdem nicht weiter.
Was der Handelsausschuss am 5. August tat
| Gesetzentwurf | Ergebnis |
|---|---|
| Kids Online Safety Act (KOSA) | Einstimmig durchgewinkt, geht ins Plenum des Senats |
| SCREEN Act | Abstimmung 15 zu 13 dafür, aber nicht weitergereicht: dem Ausschuss fehlte das Quorum |
| Youth AI Privacy Act | Aus dem Ausschuss heraus |
| CHATBOT Act | Aus dem Ausschuss heraus |
Das Detail mit dem Quorum haben die meisten Berichte übersprungen. Genug Senatoren stimmten für den SCREEN Act, doch zu viele dieser Stimmen kamen per Vollmacht und zu wenige Mitglieder waren körperlich im Raum, deshalb konnte das Ergebnis den Entwurf nicht aus dem Ausschuss tragen. Gestoppt hat ihn die Verfahrensregel, nicht der Widerstand.
Warum KOSA Alterskontrollen erzwingt, ohne sie zu nennen
Der Kern von KOSA ist eine Sorgfaltspflicht: Ein erfasster Dienst muss angemessene Schritte unternehmen, um Minderjährige nicht mit Inhalten zu konfrontieren, die das Gesetz als schädlich einstuft. Liest man das als Ingenieur statt als Jurist, fällt eine Anforderung sofort heraus. Um bei Minderjährigen einen anderen Massstab anzulegen, muss der Dienst wissen, wer minderjährig ist.
Über eine fremde Person weiss man das nicht, ohne zu fragen. In der Praxis, wie es die Electronic Frontier Foundation am 3. August formulierte, landet der Druck bei Systemen zur Alterskontrolle oder Altersschätzung, und die bedeuten das "Prüfen amtlicher Ausweise, Gesichtsanalyse, Prüfen von Bankdaten oder das Sammeln anderer persönlicher Informationen". Nichts davon bleibt auf Kinder beschränkt, denn man kann Minderjährige nicht aus einer Menge heraussortieren, ohne die ganze Menge zu mustern.
Die zweite Wirkung betrifft nicht Daten, sondern Rede. Wer für Inhalte haftet, die eine Behörde später schädlich nennt, wählt die billigste Verteidigung und entfernt die Kategorie gleich ganz. EFF beschreibt diese Dynamik unverblümt: Unternehmen "schliessen potenziell strittige Foren, um rechtliche Schritte staatlicher Bürokraten zu vermeiden".
Vier Entwürfe, eine Richtung
KOSA bewegte sich nicht allein. Der Youth AI Privacy Act und der CHATBOT Act kamen am selben Tag durch, und der SCREEN Act wäre es auch, wäre der Raum voller gewesen. EFF, die alle vier ablehnte, beschrieb den gemeinsamen Faden am Tag zuvor als Versuch, "das Internet mit einer Altersschranke zu versehen und junge Menschen daran zu hindern, sich zu äussern und auf rechtmässige Rede zuzugreifen".
Den SCREEN Act haben wir ausführlich behandelt, als sich zeigte, dass sein Text IP-Adressen von Proxy-Netzen direkt benennt: siehe Der SCREEN Act schreibt VPN-Verkehr in den Text eines Bundesgesetzes zur Alterskontrolle. Diese Woche blieb er an der Anwesenheit hängen, aber sein Ansatz hat keine Debatte verloren, und nichts hindert den Ausschuss daran, ihn bei vollem Raum erneut aufzurufen.
Was Alterskontrollen für VPN-Nutzer bedeuten
Heute ändert sich nichts: Eine Ausschussabstimmung ist ein Schritt und kein Gesetz, KOSA braucht noch das Plenum. Was die Abstimmung leistet, ist die Bestätigung der Richtung, und das Muster aus Bundesstaaten mit bereits laufenden Alterskontrollen wiederholt sich. Als Missouris Gesetz in Kraft trat, stieg das Interesse an Werkzeugen, die den scheinbaren Standort einer Verbindung ändern, deutlich an, denn eine Prüfung, die daran hängt, wo man zu sein scheint, umgeht man, indem man anderswo zu sein scheint.
Man sollte präzise sein, was das löst und was nicht. Den scheinbaren Standort zu verschieben kann einen aus den Kontrollen einer Jurisdiktion herausnehmen; es hilft nicht bei einem Konto, in dem die verifizierte Identität bereits liegt, und nicht bei einer Plattform, die eine ganze Kategorie für alle entfernt hat. Die Datenschutzfrage dieser Entwürfe lautet nicht nur, wer eine Seite erreichen darf, sondern wie viele Dokumente das Internet verlangt, bevor es überhaupt jemanden sprechen lässt.