Brave verbirgt die Grafikkarte: Websites sehen Ihr GPU-Modell nicht mehr

15.08.2026 3 Min. 6

Foto: Скриншоты Brave: Hidden Lemon, Ranch9613 (Wikimedia Commons), логотип Brave Software / CC0

Brave hat eine der letzten einfachen Möglichkeiten geschlossen, Ihren Rechner wiederzuerkennen. Ab Version 1.93, angekündigt am 13. August, verrät der Browser Websites nicht mehr, welche Grafikkarte und welchen Treiber Sie haben. Die Hersteller- und Modellangaben, die die Grafikschnittstelle bisher lieferte, werden durch einen einzigen generischen Wert ersetzt, für alle Brave-Nutzer identisch, und die Beschreibungen der neueren Schnittstelle WebGPU werden geleert.

1.93Version, ab der es greift
3geschlossene Signale: Modell, Adapter, Erweiterungsliste

Was genau geändert wurde

Drei Dinge. Hersteller und Modell der Grafikkarte werden nun als eine gemeinsame Zeichenkette gemeldet, in diesem Signal sehen also alle Brave-Nutzer gleich aus. Die von WebGPU offengelegte Adapterbeschreibung wird geleert. Und die Liste der unterstützten Grafikerweiterungen, früher lang und sehr individuell, bekommt zufälliges Rauschen, unterschiedlich je Seite und je Sitzung.

Das Unternehmen sagt, der Rollout laufe schrittweise auf Desktop und Android, Seiten, die dadurch wirklich kaputtgehen, könnten ausgenommen werden, und Nutzer könnten den Grafikschutz auf einer einzelnen Seite abschalten. Das Verrauschen der WebGPU-Erweiterungen ist als nächster Schritt angekündigt.

Warum eine Grafikkarte Sie besser erkennt als eine Adresse

Ein Fingerabdruck ist nicht ein Signal, sondern ein Bündel: Kartenmodell, Treiberversion, Bildschirm, Schriften, Zeitzone, Sprache. Das Bündel ist stabil und selten, also wirkt es wie ein Name. Wechseln Sie die Adresse über einen Tunnel, bleibt das Bündel gleich, und genau hier liegt die praktische Grenze eines VPN: es verbirgt, woher die Verbindung kommt, nicht welches Gerät sie aufbaut. Deshalb zählt das Schliessen eines Hardware-Signals für jeden, der ein VPN für mehr als einen Film benutzt.

Was das nicht behebt

Die übrigen Signale bleiben. Canvas-Zeichnung, Audioverarbeitung, installierte Schriften, Bildschirmgeometrie, der genaue Satz an Sprachen: einzeln kleiner als die Grafikkarte, aber sie summieren sich, und die Summe ist das, was Tracker benutzen. Die Änderung wirkt zudem nur dort, wo sie ausgeliefert wurde, auf iOS also nicht, und die WebGPU-Erweiterungsliste steht noch aus.

Es gibt eine Falle zweiter Ordnung, die man benennen sollte. Schutz, der Sie ungewöhnlich macht, wird selbst zum Signal: ein Browser, der unmögliche Werte meldet, fällt genauso auf wie einer, der seltene meldet. Der Ausweg ist genau das, was Brave gewählt hat: alle dasselbe melden lassen, statt jeden etwas Seltsames.

Was man tun kann

  1. Den Browser aktualisieren und den Schutz in der Voreinstellung lassen, statt ihn pro Seite zu justieren.
  2. Keine Datenschutz-Erweiterungen übereinanderstapeln. Mehrere Werkzeuge, die dieselben Werte umschreiben, ergeben meist eine eindeutigere Kombination, keine unauffälligere.
  3. Sich vor und nach dem Update auf einer Fingerprinting-Testseite prüfen, damit die Wirkung sichtbar ist und nicht bloss vermutet.
  4. Sich merken, wofür der Tunnel da ist. Ein VPN beantwortet, von wo Sie sich verbinden, der Browser beantwortet, wie Sie aussehen. Unauffällig bleibt nur, wer beides beantwortet.

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