Brave baut jetzt E-Mail-Aliasse in den Browser ein
Ihre E-Mail-Adresse ist eine der zuverlässigsten Arten, Sie zu verfolgen. Sie ändert sich kaum, Sie nutzen sie überall, und das lässt Werbung und Datenhändler Ihre Konten verknüpfen, während jedes Leck dieselbe Adresse erneut offenlegt. Brave versucht das nun mit eingebauten E-Mail-Aliassen zu durchbrechen. In der Desktop-Version von Ende August kann der Browser direkt im Anmeldeformular eine Wegwerf-Weiterleitungsadresse erzeugen: Die Seite sieht nur den Alias, die Post landet in Ihrem echten Postfach, und Ihre echte Adresse bleibt verborgen.
So funktioniert es
Die Funktion kam mit Brave Desktop Version 1.94 und läuft über ein Brave-Konto. Auf einem Registrierungsformular klicken Sie auf das E-Mail-Feld oder wählen im Menü „Neuer Alias", und Brave erstellt eine eindeutige Adresse für diese Seite. Alles, was dorthin geht, wird an Ihr Haupt-Postfach weitergeleitet. Spammt eine Seite oder leckt ihre Datenbank, schalten Sie diesen einen Alias ab und der Fluss stoppt, ohne Ihre echte Adresse oder die anderen genutzten Seiten zu berühren.
- Adressen pro Seite. Ein eigener Alias je Dienst bedeutet keine gemeinsame Kennung, die Ihre Konten verbindet.
- Kostenloser Start. Brave gibt fünf Aliasse gratis, ein Bezahltarif und mobile Unterstützung sind geplant.
- Echtes Postfach verborgen. Seiten, und wer deren Daten später kauft oder stiehlt, sehen nie Ihre tatsächliche E-Mail.
Warum Ihre E-Mail ein Tracker ist
Werbeblocker und Anti-Fingerprinting befassen sich damit, wie Seiten Sie beim Surfen beobachten, aber die E-Mail, die Sie in ein Formular tippen, ist ein Leck anderer Art: eine dauerhafte Kennung, die Sie freiwillig hergeben. Dieselbe Adresse bei Bank, Shop und Forum ist genau das, was diese Punkte verbinden lässt, und was aus einem Leck eine Karte aller Orte macht, an denen Sie ein Konto haben. Aliasse greifen das direkt an. Es passt zu Braves breiterem Muster, Kennungslecks zu schließen, dem gleichen Denken wie dabei, wie der Browser Ihre Grafikkarte vor dem Browser-Fingerprinting verbirgt.
E-Mail ist die halbe Spur, Ihre IP die andere
Ein Alias verbirgt, wer Sie nach Name und Adresse sind, ändert aber nichts daran, woher die Verbindung kommt. Ihre IP-Adresse markiert weiterhin Ihren Standort und verknüpft Ihre Sitzungen, sodass eine Seite oder ein Werbenetz Sie selbst hinter einem frischen Alias profilieren kann. Deshalb wirken beide zusammen am besten: Ein Alias nimmt die E-Mail als seitenübergreifende Kennung weg, ein VPN die IP. Schließen Sie beides, haben Sie dem Netz die zwei Kennungen genommen, die den meisten Menschen folgen.