Google schätzt in Malaysia das Alter der Nutzer anhand ihres Suchverlaufs
Google schätzt in Malaysia jetzt das Alter seiner Nutzer anhand ihres Verhaltens im Konto, auch anhand ihrer Suchanfragen. Wer nach Einschätzung des Modells unter 18 ist, bekommt in allen Google-Diensten die Einschränkungen für Jugendliche. Ein Erwachsener, der fälschlich eingestuft wird, muss ein Foto eines amtlichen Ausweises oder ein Selfie hochladen, damit sie aufgehoben werden. Malaysia verlangt ohnehin einen Altersnachweis per nationalem Ausweis und Gesichtsscan, um ein Social-Media-Konto zu eröffnen. Für viele Malaysier kommt mit Google also eine zweite Prüfung zusätzlich zur staatlichen hinzu.
Was Google für „Teenager“ ändert
Google hat die Einführung in seinem malaysischen Blog angekündigt, nachdem das gleiche System bereits in den USA, in Singapur und auf anderen Märkten gestartet war. Ein Modell des maschinellen Lernens wertet Signale aus, die bereits mit einem Konto verknüpft sind. Das einzige Beispiel, das Google nennt, sind „die Arten von Informationen, nach denen ein Nutzer gesucht hat“. Laut Google werden dabei „keine zusätzlichen Daten erhoben“. Wie Biometric Update anmerkt, stimmt das nur, wenn man den Suchverlauf nicht mitzählt, den Google ohnehin schon hat.
Bei Nutzern, die es für unter 18 hält, will Google „automatisch unsere bestehenden erweiterten Schutzmaßnahmen“ aktivieren. In der Praxis heißt das:
- SafeSearch ist standardmäßig eingeschaltet und filtert explizite Ergebnisse;
- nicht jugendfreie Inhalte werden in Google Play und im Assistenten Gemini gesperrt;
- personalisierte Werbung wird abgeschaltet, der Standortverlauf in Google Maps deaktiviert;
- YouTube blendet Erinnerungen an Pausen und die Schlafenszeit ein und begrenzt das wiederholte Ansehen bestimmter Videoarten.
Die Betroffenen erfahren per E-Mail und in den Google-Produkten von der Änderung, samt Anleitung, wie ein Erwachsener eine falsche Einschätzung korrigieren kann. Möglich ist das nur über ein Foto eines amtlichen Ausweises oder ein Selfie. Dasselbe Verfahren haben wir beschrieben, als Google es in Kanada getestet hat.
Zwei Alterskontrollen statt einer
Seit Juni 2026 sind soziale Netzwerke in Malaysia für unter 16-Jährige gesperrt. Neue Konten müssen mit der Chipkarte MyKad und einer Live-Gesichtsprüfung über MyDigital ID, die nationale digitale Identitätsplattform, verifiziert werden. Malaysia gehört zu einer wachsenden Zahl von Ländern, die Altersgrenzen für soziale Netzwerke festlegen; unsere Liste nach Ländern hält sie im Blick.
Googles Schätzung funktioniert anders: Niemand wird vorab etwas gefragt, die Entscheidung ergibt sich aus dem Verhalten des Kontos. Die Kosten tragen die Menschen, bei denen das Modell danebenliegt. Ein Erwachsener, dessen Suchanfragen für den Algorithmus jung wirken, verliert Funktionen, bis er einen Ausweisscan oder ein Gesichtsfoto abgibt, und das ist weit sensibler als der Suchverlauf, von dem die Schätzung ausging. Zahlen dazu, wie oft das Modell Erwachsene falsch einschätzt, nennt Googles Ankündigung nicht.