macOS stufte Proton Mail für Mac als Malware ein: Proton sieht den Fehler bei Apple

03.10.2026 3 Min. 6

Am Freitag, dem 2. Oktober, ließen sich Proton Mail und Proton Meet für den Mac bei einigen Nutzern nicht mehr öffnen, teils stufte macOS die Apps sogar als Schadsoftware ein. Proton machte "ein Problem im Entwicklerprogramm von Apple" verantwortlich und erklärte, die Warnung sei ein Fehlalarm. "Ihre Daten und Konten sind sicher. Die Apps wurden nicht kompromittiert", schrieb das Unternehmen auf seinem Support-Account bei X.

Proton hat inzwischen neue Versionen beider Apps veröffentlicht, die das Problem umgehen, während es weiter mit Apple an einer dauerhaften Lösung arbeitet. Lässt sich Proton Mail oder Proton Meet trotzdem nicht öffnen, rät das Unternehmen, die App auf den offiziellen Seiten erneut herunterzuladen und zu installieren: proton.me/mail/download und proton.me/meet/download. Weder Proton noch Apple haben mitgeteilt, wie viele Nutzer betroffen waren oder was im Entwicklerprogramm genau schiefgelaufen ist. Probleme mit anderen Mac-Apps von Proton, darunter Proton VPN, wurden nicht erwähnt.

Woran macOS erkennt, dass eine App gefährlich ist

Bevor eine heruntergeladene App zum ersten Mal startet, prüft macOS über Gatekeeper zwei Dinge: ob die App mit einem von Apple ausgestellten Entwicklerzertifikat signiert ist und ob Apple sie notariell beglaubigt hat, sie also auf bekannte Schadsoftware untersucht wurde. Fällt eine der Prüfungen durch, blockiert das System die App. Ein Fehler auf Apples Seite kann daher ein seriöses Programm wie eine Bedrohung aussehen lassen, obwohl sich an der App selbst nichts geändert hat.

Einen Tag zuvor, am 1. Oktober, hatte Apple angekündigt, dass die ursprüngliche Developer-ID-Zertifizierungsstelle am 1. Februar 2027 abläuft. Bereits signierte und notarisierte Apps funktionieren weiter, doch .pkg-Installer, die mit Zertifikaten dieser Stelle signiert wurden, lassen sich nach diesem Datum nicht mehr installieren. Keines der Unternehmen hat den Ausfall vom Freitag mit dieser Änderung in Verbindung gebracht.

Was tun, wenn der Mac eine App für Schadsoftware hält

Laut der Apple-Dokumentation kommt es auf den genauen Wortlaut der Warnung an:

  • "Wird deinem Computer schaden": macOS hat schädliche Inhalte gefunden oder die Berechtigung des Entwicklers wurde widerrufen. Apple rät, die App nicht zu öffnen.
  • "Ist beschädigt": Die Datei ist fehlerhaft oder wurde verändert. Auch sie sollten Sie nicht öffnen.
  • "Apple kann nicht prüfen, ob sie Schadsoftware enthält" oder "Der Entwickler kann nicht überprüft werden": Die App ist nicht notarisiert. Das allein macht sie nicht bösartig, mahnt aber zur Vorsicht.

Erscheint bei einer vertrauten App plötzlich eine solche Warnung, schauen Sie zuerst auf der offiziellen Website oder in den Support-Kanälen des Entwicklers nach. Wie der Fall Proton zeigt, erklärt der Entwickler meist schnell, was passiert ist. Laden Sie die App danach noch einmal von der offiziellen Seite herunter, nicht über einen Link in einer E-Mail oder eine Suchanzeige. In den Einstellungen unter Datenschutz & Sicherheit lässt sich die Sperre mit der Schaltfläche "Dennoch öffnen" umgehen, doch Apple weist darauf hin, dass die App damit dauerhaft zur Ausnahme wird. Tun Sie das nur, wenn Sie sicher sind, dass die Datei vom Entwickler stammt.

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