NextDNS funktioniert in Russland nicht mehr, weil seine Server gesperrt sind

01.11.2026 3 Min. 6

NextDNS, ein beliebter kostenpflichtiger DNS-Dienst, der DNS-Anfragen verschlüsselt und Werbung sowie Tracker filtert, funktioniert für viele Nutzer in Russland nicht mehr. Seit Ende Oktober berichten Nutzer aus Moskau, Sankt Petersburg, Omsk und Syktywkar im Supportforum von NextDNS, dass Websites und Apps nicht laden, solange ihre Geräte den Dienst nutzen. Am 31. Oktober schrieb ein NextDNS-Mitarbeiter in einem anderen Thread, den Meldungen zufolge seien die IP-Adressen und TLS-Namen des Unternehmens gesperrt worden. „Leider können wir nicht viel tun“, so der Mitarbeiter.

Was Nutzer erleben

Ein DNS-Dienst übersetzt Domainnamen in Serveradressen. Ist der Resolver, auf den ein Gerät eingestellt ist, nicht erreichbar, funktioniert fast nichts mehr. Das Handy zeigt eine Netzverbindung an, doch Seiten, Messenger und Apps laden nicht. Ein Nutzer aus Omsk, Kunde des Anbieters Dom.ru, veröffentlichte einen Diagnosebericht: Verbindungen zu allen NextDNS-Servern liefen in eine Zeitüberschreitung, über IPv4 wie über IPv6. In Syktywkar funktionierte der Dienst laut einem Nutzer noch über einen Festnetzanschluss, nicht aber im Mobilfunknetz von Yota. Mehrere Nutzer schrieben, dass mit eingeschaltetem VPN wieder alles lud.

Weder die russische Internetaufsicht Roskomnadsor noch ein Provider haben sich zu dem Ausfall geäußert. Die Nutzer im Forum machen die staatliche Filtertechnik TSPU verantwortlich, die russische Netzbetreiber installieren müssen, doch der Thread selbst bestätigt die Ursache nicht. In russischen Medien verbreitete sich die Geschichte am 1. November nach dem Beitrag eines Lesers im Community-Bereich von Naked Science.

Warum ein neuer Servername nicht hilft

Nutzer baten NextDNS um eine Ausweichadresse für Russland oder um eigene Server in anderen Netzen. Der Mitarbeiter antwortete, da auch die IP-Adressen gesperrt seien, bringe ein anderer Hostname nichts. Ob das Unternehmen etwas anderes plant, hat es nicht gesagt.

Teil eines breiteren Vorgehens gegen verschlüsseltes DNS

NextDNS ist der jüngste Dienst, der unter Russlands Beschränkungen für verschlüsseltes DNS fällt. Verschlüsseltes DNS verbirgt vor dem Provider, welche Seiten ein Nutzer aufruft. Ende August meldeten Kunden von Rostelecom, Dom.ru, Tattelecom und anderen Betreibern, dass DNS over HTTPS und DNS over TLS von Google und Cloudflare nicht mehr funktionierten, berichtete Anti-Malware.ru. Unabhängig davon erklärt Cloudflare seit Juni 2025, dass russische Provider Verbindungen zu Websites in seinem Netz drosseln und jeden Download nach den ersten 16 KB abbrechen.

Wenn Ihr Handy oder Router NextDNS nutzt

Wer in Russland NextDNS eingerichtet hat, auch Reisende, deren Handys im Ausland konfiguriert wurden, bekommt das Internet zurück, indem er DNS auf den Standard zurückstellt:

  • Android: Einstellungen, Netzwerk und Internet, Privates DNS. Wählen Sie „Automatisch“ oder „Aus“ statt des NextDNS-Hostnamens. Bei Samsung und Xiaomi liegt die Option unter „Verbindungen“ oder „Verbindung und Freigabe“.
  • iPhone: Entfernen Sie das NextDNS-Profil unter Einstellungen, Allgemein, VPN und Geräteverwaltung, oder schalten Sie die NextDNS-App aus.
  • Mac: Entfernen Sie das Profil unter Systemeinstellungen, Allgemein, Geräteverwaltung, oder beenden Sie die NextDNS-App.
  • Router: Ersetzen Sie die NextDNS-Adressen in den DNS-Einstellungen oder stellen Sie DNS wieder auf automatisch, damit der Router es vom Provider bezieht.
  • Browser: Ist NextDNS in Chrome oder Firefox als Anbieter für sicheres DNS eingetragen, stellen Sie den Standard wieder her.

Das Standard-DNS kommt vom Provider. Der Betreiber sieht dann, welche Seiten Sie aufrufen, seine Filter greifen, und die Werbe- und Trackerblockade von NextDNS fällt weg.

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