Apple warnt Bundestagsabgeordnete und Regierungsmitglieder vor Spyware auf dem iPhone

02.11.2026 3 Min. 6

Apple hat Mitglieder des Bundestags und der Bundesregierung gewarnt, dass ihre iPhones möglicherweise mit kommerzieller Spyware angegriffen wurden. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) bestätigte die Warnungen am Sonntag, 1. November, im ARD-Format „Bericht aus Berlin“, nachdem tagesschau.de über ein Schreiben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) an die Betroffenen berichtet hatte. Apple habe mitgeteilt, dass „bestimmte Geräte gegebenenfalls kompromittiert wurden mit sogenannter Spyware“, sagte Wildberger.

Was im Schreiben des BSI steht

Laut dem Brief, der dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt, erhielten iPhones seit dem 29. Oktober Bedrohungsbenachrichtigungen von Apple. Darin hieß es, Apple habe einen Angriff mit sogenannter Mercenary Spyware erkannt. So bezeichnet Apple kommerzielle Überwachungswerkzeuge, die an Staaten verkauft werden, etwa Pegasus der NSO Group. „Über den konkreten Anlass und die Hintergründe der Benachrichtigungen liegen uns derzeit keine näheren Informationen vor“, schreibt das BSI.

Ob ein Angriff erfolgreich war, geht aus einer Benachrichtigung nicht hervor. Das BSI empfahl den Empfängern deshalb, „vorsorglich davon auszugehen, dass das Gerät kompromittiert sein kann“. Wildberger sagte, die Behörde habe sehr schnell reagiert und alle Betroffenen schriftlich informiert. Er nannte die Berichte besorgniserregend, machte aber keine weiteren Angaben. Für eine Einordnung des Angriffs sei es noch zu früh, berichtet heise online.

Was noch unklar ist

Die Regierung hat nicht gesagt, wie viele Politiker eine Warnung erhalten haben, welchen Parteien sie angehören und ob überhaupt ein Telefon tatsächlich infiziert wurde. Einen Angreifer hat niemand benannt. Apple erklärt nicht, was eine Benachrichtigung auslöst, ordnet Angriffe keinen bestimmten Akteuren zu und äußerte sich nicht zu den Berichten, so Euronews.

Laut BSI kann solche Spyware Nachrichten mitlesen, auch in Ende-zu-Ende-verschlüsselten Messengern, auf Anrufe, Kontakte, Kalender und Standort zugreifen sowie Mikrofon und Kamera einschalten. Manche dieser Werkzeuge installieren sich über Lücken in der Software selbst, ohne dass der Besitzer etwas antippen muss.

Wenn Apple Ihnen eine Bedrohungsbenachrichtigung schickt

Apple verschickt diese Warnungen nach eigenen Angaben nur, wenn das Unternehmen mit hoher Sicherheit annimmt, dass eine bestimmte Person ins Visier genommen wurde, meist wegen ihrer Person oder ihrer Tätigkeit. Die allermeisten Nutzer würden nie auf diese Weise angegriffen. Laut Apple erscheint eine echte Warnung an drei Stellen: auf dem Sperrbildschirm und in den Einstellungen, per E-Mail von [email protected] und als Banner oben auf der Seite nach der Anmeldung bei account.apple.com.

  • Echtheit prüfen: Apple fordert nie dazu auf, einen Link anzuklicken, eine Datei zu öffnen, eine App oder ein Profil zu installieren oder Passwort oder Code weiterzugeben. Absenderadressen lassen sich fälschen, melden Sie sich daher selbst bei account.apple.com an, statt der E-Mail zu vertrauen. Gibt es dort kein Banner, behandeln Sie die Nachricht als Fälschung.
  • Blockierungsmodus einschalten: Einstellungen, Datenschutz und Sicherheit, Blockierungsmodus. Er sperrt die meisten Anhänge in Nachrichten, einige Webtechnologien und eingehende FaceTime-Anrufe von Unbekannten und schließt damit häufige Einfallstore für Spyware. Nach dem Einschalten startet das iPhone neu.
  • Fachliche Hilfe holen: Apple verweist auf die rund um die Uhr erreichbare Digital Security Helpline der gemeinnützigen Organisation Access Now.
  • Grundlagen beachten: iOS-Updates zügig installieren, Code, Zwei-Faktor-Authentifizierung und den Schutz für gestohlene Geräte nutzen.

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