Firefox auf dem iPhone blockiert jetzt Werbung, nur nicht die eigene
Firefox blockiert auf dem iPhone jetzt selbst Werbung. Mozilla hat in der iOS-App einen eingebauten Werbeblocker aktiviert, gebaut auf Apples WebKit-Content-Blocker-Schnittstelle und der Filterliste EasyList. Er stoppt Werbenetzwerke Dritter, Werbetracker, Pop-ups und Overlays, bevor sie geladen werden. Zwei Dinge sollte man vorher wissen: Er ist aus, bis Sie ihn einschalten, und Mozillas eigene Werbung lässt er bewusst in Ruhe.
Was er blockiert und worauf er aufbaut
Der Blocker arbeitet auf Netzwerkebene, die Anfragen werden also abgelehnt, bevor die Seite gerendert wird, statt hinterher ausgeblendet zu werden. Ziel ist die übliche Drittanbieterschicht: Werbenetzwerke und Marktplätze, die Tracker, die mitfahren, und die aggressiveren Formate wie Pop-ups und seitenfüllende Overlays. Gefiltert wird nach EasyList, derselben Community-Liste, auf der die meisten Desktop-Blocker aufsetzen, und die Technik darunter ist Apples eigene Content-Blocker-Schnittstelle, dieselbe, die Safaris Werbeblocker nutzen.
Standardmäßig aus: wo der Schalter sitzt
Mozilla liefert das als Option und nicht als neue Voreinstellung aus, eine frische Installation verhält sich also genau wie vorher, bis Sie in die Einstellungen gehen. Der Pfad lautet Settings > Browsing > Ad Blocker. Dazu kommt ein Schalter für die einzelne Website im Seitenmenü, und genau den brauchen Sie, wenn eine Seite spinnt und Sie prüfen wollen, ob der Blocker schuld ist.
Was auf dem Bildschirm bleibt
- Werbung der Seite selbst: Erstanbieter-Werbung bleibt unangetastet. Wer seine Banner selbst ausliefert, sieht sie geladen.
- Werbung in Suchergebnissen: Die gesponserten Einträge über den Suchtreffern fallen nicht darunter.
- Mozillas eigene gesponserte Inhalte: Die gesponserten Kacheln, die Firefox beim neuen Tab zeigt, sind ausdrücklich ausgenommen.
Der letzte Punkt ist das ehrliche Sternchen an der Ankündigung. Mozilla verkauft diese Plätze, und der eigene Blocker rührt sie nicht an. Versteckt wird das nicht, das Unternehmen schreibt es selbst, aber es heißt eben: ein Blocker für die Werbung der anderen.
Warum das von Mozilla kommen musste
Unter iOS rendert jeder Browser mit WebKit, und das Erweiterungs-Ökosystem, das die Blocker auf dem Desktop trägt, existiert dort in dieser Form nicht. Damit bleiben zwei Wege, um auf dem iPhone Werbung loszuwerden: eine separate Content-Blocker-App, die sich in Safari einklinkt, oder ein Browser, der selbst filtert. Firefox hat den zweiten Weg genommen, und das erspart den Schritt, etwas Zusätzliches zu installieren und auf dessen Seriosität zu hoffen. Auf einer Plattform, auf die man keinen eigenen Blocker mitbringen kann, ist die Entscheidung des Browserherstellers das ganze Spiel.
Zwei Richtungen gleichzeitig
Das Timing ist schwer zu übersehen. Einen Tag zuvor hatte Google die letzten Manifest-V2-Erweiterungen aus seinem Store geräumt, sodass das vollwertige uBlock Origin in Chrome nicht mehr installierbar ist. In derselben Woche gingen die beiden großen Nicht-Chrome-Browser in die andere Richtung: Brave hostet die alten Blocker weiterhin selbst, und Mozilla baut das Blockieren dort ins Produkt ein, wo Erweiterungen nicht hinkommen.
Wem es um Tracking geht und nicht um Unordnung, für den lautet die praktische Lesart der Woche: Die Schicht, die früher ein Browser-Add-on war, wird zur Eigenschaft des Browsers, den man gewählt hat, und die Wahl des Browsers wiegt jetzt schwerer als die Wahl der Erweiterung. Wo im Browser gar nicht gefiltert wird, bleibt die Ebene darunter, beim DNS, im Router oder in der Netzwerk-App auf dem Gerät.